Während des ersten Aktes der Oper „Der Jakobiner“ von Antonin Dvorak
Mann (zu seinem Sitznachbarn): Sagen Sie mal, was machen Sie denn da?
Sitznachbar: Nichts.
Mann: Nichts? Ich habe das Gefühl, dass Sie masturbieren.
Sitznachbar: Pfui, Sie Ferkel!
Mann: Sie sind ja wohl das Ferkel hier! Hören Sie auf zu masturbieren!
Anderer Mann (hinter ihnen): Shhh!
Mann (zum hinteren Mann): Ich versuche nur gerade, den Herren neben mir dazu zu bringen, mit dem Masturbieren aufzuhören.
Sitznachbar: Ich masturbiere nicht. Sehen Sie, meine Hände sind hier.
Mann: Ja, jetzt. Aber gerade hatten Sie sie noch in Ihrem Schritt.
Sitznachbar: Lügner!
Mann: Dann nehmen Sie doch mal das Programm von Ihrem Schoß. Mal schauen, was wir darunter finden werden.
Sitznachbar: Nein.
Mann: Weil darunter nämlich ein Penis ist.
Sitznachbar: Ja , natürlich ist da irgendwo mein…Penis.
Anderer Mann (hinter ihnen): Hören Sie beide jetzt bitte auf so laut zu masturbieren!
Mann: Ich masturbiere ja gar nicht. Der Herr neben mir hat einen Penis und will sein Programm nicht von seinem Schoß nehmen.
Sitznachbar: Belästigen sie gefälligst jemand anderen. Ich möchte in Ruhe der Oper folgen und masturb…Oh, nein.
Mann: Wusste ich’s doch (er reißt das Programm weg): ein Penis.
Eine Reihe hinter den beiden.
Anderer Mann (nun nicht mehr „hinter ihnen“; zu seiner Sitznachbarin): Haben Sie vielleicht etwas dagegen, wenn ich auch masturbiere?
Sitznachbarin: Aber nein, machen Sie ruhig. Ich habe selbst überlegt, als ich Ihren Bekannten zugehört habe, ob ich nicht auch Lust hätte, mir ein paar nette Minuten zu gönnen.
Mann: Die beiden? Nein, die kenne ich gar nicht. Aber die haben mir da ein zu großes Gewese drum gemacht. Man kann das ja auch seriöser anstellen. Oder haben Sie etwa bemerkt, dass ich schon die ganze Zeit masturbiere?
Sitznachbarin: Die ganze Zeit? Nein! Das glaube ich nicht. Wie machen Sie denn das?
Mann: Ich hab da so meine Technik entwickelt. Vielleicht, wenn Sie nach der Oper noch einen Moment hätten, da könnte ich Ihnen…
Sitznachbarin: Das tut mir leid, ich bin mit meinem Mann hier.
Ihr Mann: Guten Abend, ich habe mitbekommen, dass Sie sich sehr gut mit meiner Frau verstehen.
Mann: Ja, wir sprachen gerade über Masturbationstechniken.
Ihr Mann: Interessant. Vielleicht haben Sie ja nach der Oper ein paar Minuten Zeit. Wir könnten ein Getränk bei Luigis nehmen.
Sitznachbarin: Oh ja, das fände ich unglaublich reizend. Sagen Sie nicht Nein.
Mann: Na gut. Ich freue mich drauf.
Eine Sitzreihe vor ihnen.
Mann: Ich werde Sie in der Pause vor allen Menschen bloßstellen.
Sitznachbar: Aber ich habe doch aufgehört zu masturbieren.
Mann: Das ist mir egal. Sie sind eine Gefahr.
Sitznachbar: Eine Gefahr? Aber ich habe doch nichts getan.
Mann: Sie haben mich ununterbrochen mit Ihrem Arm angestubst. Dadurch habe ich wichtige Teile des ersten Aktes verpasst.
Sitznachbar: Irgendeine Familiengeschichte.
Mann: Das kann ja nun alles Mögliche bedeuten.
Sitznachbar: Ich glaube, da geht jemand nach Paris.
Mann: Seien Sie endlich ruhig. Und…hören Sie mal, Sie masturbieren ja schon wieder, Sie Tier.
Sitznachbar: Ich bekomme das gar nicht mehr mit. Entschuldigung.
Mann: Nichts da, ich werde jetzt sofort den Saal verlassen und die Polizei rufen.
Sitznachbar: Nein, tun Sie’s nicht.
Mann (sich durch die Sitzreihe arbeitend): Ich rufe die Polizei und dann werden Sie hoffentlich für viele Jahre weggesperrt.
Sitznachbar: Warten Sie, ich komme mit.
Mann: Lassen Sie mich in Ruhe!
Gemurmel der Operbesucher in den anderen Reihen: Ruhe! Shhhh! Skandal! Kann man denn nicht einmal in Ruhe masturbieren?
Nach der Oper. Das nette Ehepaar und sein neuer Bekannter sitzen bei Luigis und unterhalten sich angeregt über Masturbationstechniken.
Ehefrau: Das ist wirklich hochinteressant. Wer hätte gedacht, dass man nur mit Hilfe einer bestimmten Atemtechnik zum Orgasmus kommen kann.
Mann: Ich mache das ständig.
Ehemann: Auch jetzt?
Mann: Nein.
Ehefrau: Ich versuch’s mal.
Sie atmet. Die beiden Männer beobachten sie.
Mann: Neee, Sie müssen das mehr so im Kopfbereich anlegen.
Ehefrau: Im Kopfbereich?
Mann: Ja, hören Sie mal.
Er atmet mehr so im Kopfbereich angelegt.
Ehemann: Also ich hab den Unterschied gemerkt.
Ehefrau: Ist es so richtig?
Mann: Nein, Sie müssen atmen.
Ehefrau: Aber ich atme doch.
Mann: Nein, Sie machen etwas, das wir Profis „hucheln“ nennen.
Ehefrau: Aber so atme ich immer.
Mann: Dann sollten Sie aber unbedingt mal einen Arzt aufsuchen.
Ehefrau: Und so?
Mann: Nee, immer noch nicht. So erreichen Sie alle Mögliche, nur keinen Orgasmus.
Ehemann: Mach doch mal so!
Ehefrau: So?
Ehemann: Nein. Soo!
Ehefrau: Ich glaube, ich werde ohnmächtig.
Mann: Das passiert vielen beim ersten Mal.
Ehefrau: Mir ist ganz schwummrig.
Mann: Versuchen Sie es einfach noch einmal zu Hause. Ich muss jetzt auch leider gehen. Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Abend.
Ehefrau: Ja, vielleicht sehen wir uns ja mal wieder.
Ehemann: Das wäre nett.
In der Halle des Opernhauses.
Polizist: Tschuldigung, dass es so lange gedauert hat. Was kann ich für Sie tun?
Mann: Dieser Mann saß neben mir und hat masturbiert. Dadurch habe ich große Teile der Oper verpasst.
Der andere Mann: Ich habe nur ein bisschen masturbiert. Das wär dem gar nicht aufgefallen, wenn er nicht so neugierig wäre.
Mann: Sie haben mich angestubst. Ununterbrochen.
Der andere Mann: Hach, das werden Sie mir noch bis ins Grab vorhalten.
Polizist: Und was sollen wir da jetzt machen?
Mann: Sie sollen den Mann festnehmen. Er ist eine Gefahr!
Polizist: Na ja, eine Gefahr?
Der andere Mann: Sehen Sie!
Mann: Ich möchte, dass Sie ihn festnehmen, damit er nie wieder masturbieren kann.
Polizist: Reicht es nicht, wenn er sich bei Ihnen entschuldigt und verspricht, in Ihrer Gegenwart nie wieder zu masturbieren.
Mann: Nein, das reicht mir nicht.
Polizist: Ach kommen Sie schon.
Der andere Mann: Ja, kommen Sie schon.
Polizist: Ich habe eine Idee. Ich möchte, dass Sie noch einmal in die Oper gehen. Die gleiche Oper, die gleichen Plätze, und wenn er dann noch einmal masturbiert, dann werde ich mich dafür einsetzen, dass er weggesperrt wird.
Der andere Mann: Was für eine witzige Idee.
Mann: Na, ich weiß nicht.
Polizist: Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Abend.
Der andere Mann: Auf Wiedersehen. (zum Mann) War der nicht nett? Und er hat nichts dazu gesagt, dass ich die ganze Zeit masturbiert habe.
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Dies ist der 444. Artikel auf dieser Seite. Wow. Das ist eine schöne Zahl. Ab nächster Woche dann die große Vorschau auf das nächste Jahr: 2012 – Was verspricht mein Sternzeichen? Wer weiß, was ich beim Verfassen dieses Textes gemacht habe, möge das für sich behalten. Ferkel!




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