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The Drums mit The Drums

Seit einiger Zeit mag ich wieder Musik anschaffen. Ich hatte ziemlich lang keinen Spaß mehr an Musik. Vielleicht hing es damit zusammen, dass Musik fast nur noch der fast bürokratische Akt war, mit dem ich CDs bei iTunes reinpresste. Nach über einem Jahr bin ich jetzt fertig mit dem Einlesen. Ich habe nun 65 Tage Musik zum Anhören. Nicht schlecht. Seit ein paar Wochen habe ich allerdings wieder Spaß an neuer und auch alter Musik. An alter ja sowieso.

Ganz hingerissen bin ich von dem Debütalbum von The Drums. Es heißt The Drums und ist voller jugendlicher Jugendmusik. Es erinnert mich ein wenig an das Debütalbum von The Organ. Ich kann es nicht richtig erklären, vielleicht ist es die Herangehensweise. Die Stücke sind allesamt recht eingängig, wunderhübsch einfach umgesetzt, flott, wie gesagt: jugendlich, die Bandmitglieder sind ja auch alle erst so um die 17 und das hört man dieser wunderbaren Platte an.

Ähnlich erging es mir jedenfalls zuletzt mit der Platte von The Organ. Was die beiden verbindet ist eine gewisse melancholische Grundstimmung, die sich durch viele Stücke zieht. Die erste Strophe bei den Drums lautet daher auch: You are my best friend and then you died. Rumms. Wunderschön. Und überhaupt, hier findet sich ganz viel junge schlaksige Jungs machen junge schlaksige Jungssachen miteinander, Sachen, denen man eine subtile Homoerotik durchaus anmerkt, wenn man nicht gerade vollkommen unsubtil ist. Und auch wenn ich junge Jungs nicht so prall finde, kann ich alter Sack natürlich in meinen eigenen Jungserinnerungen herumkramen und das nötige Bildmaterial zu diesen Songs finden.

Wenn es nicht so abgeschmackt wäre, würde ich behaupten, das Album ist die perfekte Sommerplatte. Sie sollte überall laufen, wo man gerade hinkommt, auch wenn ich den in den letzten Tagen beliebten Wunsch nach einer ununterbrochenen Musikberieselung bei allem, was man macht, nicht verwirklicht hören möchte.

Musikalisch liegen The Drums irgendwo zwischen frühem New Wave, manchmal The Cure und pfiffigem Superpop, wie ich finde, die Band selber mag The Wake und Musik aus den 50ern, und auch die Shangri Las. Ja, das passt schon. Und Hits gibt es ein paar auf der Platte. Natürlich das Pfeiflied, das mittlerweile schon für die Werbung entdeckt wurde, aber mein Liebling ist Forever and ever Amen. Tolles Stück. We, we are in love. We’ll be forever/ We’re not gonna stop. We’ll be forever. Da wird mein Herz ganz wubbelig. Sowas kann man nur singen, wenn man 17 ist. Man kann es auch mit 58 singen, aber dann ist es schon wieder so langweilig ironisch gebrochen. Der Sänger ist toll. Ein toller Sänger mit viel popmäßigem Charisma. Er tanzt wie Ian Curtis. Das will ich ihm aber nicht vorwerfen. Er macht da schon sein eigenes Ding draus. Und selbst, wenn nicht, wir sollten alle tanzen wie Ian Curtis.

The Drums sind toll. Ich kann dieses Album nur empfehlen. Hört es. Und hört auch das Album von The Organ. Die beiden sollten euch durch den Sommer bringen.

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