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Sacha Brohms erstes Buch

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Lektion 3

Als Autor wird man über kurz oder lang gefragt, ob man eine Message hätte. Das ist eine ganz schlimme Frage. Doch was macht der talentierte Lesebühnenautor mit dieser Frage? Die Opaantwort: “Ich habe keine Message” ist leider nicht akzeptabel, denn sie ist falsch. Jede/r, der Texte schreibt und sie auf einer Bühne vorliest will etwas sagen. Und wenn es nur die Aussage ist: “Ich bin schon irgendwie schlauer als ihr alle.” Ich befürchte , dass diese Einstellung sehr weit verbreitet ist unter Lesebühnenautoren, denn die Texte handeln ja oft davon, was einem so an Missständen auffällt und wie man sich darüber beschwert. Man transportiert mit seinem Geschreibe also schon mal, dass man die Gabe hat, Dinge, die falsch laufen aufzudecken und wie man sie eigentlich besser machen würde. Natürlich wird das alles ironisch gebrochen. Das ist gut. Aber man muss aufpassen.

Wenn man etwas anderes transportieren möchte als: “Ich bin schon irgendwie schlauer als ihr alle”, dann sollte man sich möglichst früh was einfallen lassen, das man auf die Frage nach der Message entgegnen kann. Ich kann jetzt leider keine allgemein gültigen Antworten darauf abgeben, da ja jeder Autor und jede Autorin andere Themen hat. Meine Antort auf diese Frage lautet nach wie vor:

“Anfangs habe ich geschrieben, um mit meiner Homosexualität umgehen zu können, ich habe mich an Vorbildern abgearbeitet, um mich auch in einer Geschichte der Außenseiter zu positionieren. Später habe ich dann gemerkt, dass ich vor allem auch ein Mensch bin und seitdem befasse ich mich sehr mit der Rolle des Wirklichen und des Fantastischen. Wie ist der Umgang der Menschen mit ihrer Realität? Was sind Antworten? Was sind Fragen? Wie werden sie formuliert? Doch bei all meiner intensiven Arbeit mit dem Theoretischen habe ich vor allem immer im Hinterkopf, dass ich schlauer bin als alle anderen.”

Aufgabe: “Formuliere dein eigenes Schreibeverständnis! Was ist DEINE Message, DEINAnliegen?

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